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Michael Reppenhagen

Schulhausmeister

Wie sind Sie Hausmeister geworden?

Mein Vater war schon vor mir Hausmeister an dieser Schule, ich bin also quasi in den Beruf hineingewachsen. Nach der Schule habe ich zunächst eine Lehre zum Schlosser gemacht und anschließend in der Hausverwaltung einer Spedition gearbeitet. Als mein Vater in Rente ging, habe ich mich direkt auf seine alte Stelle beworben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Abgesehen von der morgendlichen Kontrollrunde und dem Aufschließen der Türen ist kein Tag wie der andere. Irgendwo gibt es immer etwas zu tun. Meist geht es um kleinere Reparaturen, etwa an Türen oder Fenstern. Inzwischen kenne ich jeden Winkel meiner Schule – wenn es irgendwo klopft, weiß ich genau, wohin ich muss. Außerdem bin ich viel im Austausch mit externen Handwerksbetrieben und dem Lehrpersonal. Es ist wichtig, gut zusammenzuarbeiten, denn alles muss ineinandergreifen. Zum Beispiel steht bald das mündliche Abitur an – da dürfen keine Baumaßnahmen laufen. Von außen unterschätzt man manchmal, wie sehr der Schulbetrieb vom Hausmeister abhängt.

Hat sich das Berufsbild des Schulhausmeisters in den vergangenen Jahren verändert?

Die Arbeitszeiten sind heute deutlich besser. Früher musste der Hausmeister quasi von 6 bis 22 Uhr vor Ort sein. Damals holten sich die Vereine ihre Turnhallenschlüssel noch direkt beim Hausmeister ab. Zum Glück gibt es inzwischen elektronische Schließanlagen. Auch die Technik entwickelt sich stetig weiter – davor darf man keine Scheu haben. Mittlerweile arbeite ich regelmäßig mit der IT zusammen: Heizungsanlage und Beleuchtung steuere ich heute über den PC.

Was macht Ihnen besonders viel Freude an Ihrer Arbeit?

Dass hier alle an einem Strang ziehen – das macht richtig Spaß. Außerdem kann ich meinen Tag weitgehend selbst gestalten. Die Rolle des Schulhausmeisters ist für mich eine gute Mischung aus Büroarbeit und praktischer Tätigkeit im Freien. Manchmal braucht es auch Kreativität: Gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern aus den Naturwissenschaften haben wir letztes Jahr einen Chemie-Tannenbaum und eine Teddybär-Luftdruckkanone gebaut.

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer Arbeit?

Am herausforderndsten ist oft das Spannungsfeld zwischen den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Objektmanagements und den Wünschen der Schulleitung. Den richtigen Mittelweg zu finden, damit beide Seiten zufrieden sind, ist nicht immer einfach.

Welche Kompetenzen sind für Ihren Job wichtig?

Stressresistenz ist das A und O: Bei 800 Schülerinnen und Schülern kann es ganz schön laut und chaotisch werden. Damit muss man umgehen können. Auch gutes Planungs- und Organisationstalent sind wichtig, ebenso handwerkliche Begabung.

Was schätzen Sie an Bildungsbau Hamburg als Arbeitgeber?

Vor allem die vielen Möglichkeiten zur fachlichen Fortbildung und das große Netzwerk. Bei Problemen kann man sich an fast 300 Kolleginnen und Kollegen wenden. Dieses Jahr findet unsere Regionalversammlung der Betriebsdienste übrigens an meiner Schule statt. Darauf freue ich mich schon sehr.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade arbeiten?

Ich baue gern und betreibe Upcycling. Zuletzt ist dabei ein Gartentisch entstanden. Außerdem helfe ich im Kindertheater und im Chor mit – da baue ich dann auch spezielle Dinge, die sonst keiner bauen kann.